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eZine von Petra Schleich
Wirtschaft, Kreativität, Geld - Über die Leistung IV
Bildquelle: startblatt - Vorwärts ist nicht immer weiter
Leistung – immer positiv?
´Leistung´ führt zu einer Verbesserung. Die dafür notwendige ´Arbeit´ wird nicht qualitativ bewertet, denn arbeiten im Sinne von ´etwas leisten´ ist zunächst immer etwas Positives, ganz egal, was ´geleistet´ – ´gearbeitet´ – wird. Genau hier liegt auch die andere Qualität1 des Transformationsgedankens, der durch die Substitution der Begriffe ausgedrückt wird. Die Zustandstransformation an sich reicht nicht mehr aus, um Anerkennung für eine vorgenommene Veränderung zu erhalten.
Wenn ich davon ausgehe, dass ´Leistung´ grundsätzlich positiv besetzt ist – gut ist – ergibt sich die Überlegung, was davon das Gegenteil – schlecht oder böse – sein könnte?
Das Schlechteste ist, in einen ´Dornröschenschlaf´ auf Ewig zu verweilen2. Krieg und Zerstörung, Gewalt und Vernichtung wären nicht möglich, würde die gesamte Menschheit, in einem ´Dornröschenschlaf´ verweilen. Glück und Freude, Liebe und Zuneigung wären jedoch auch nicht da3. Wirkungslos kann ich mir es auch nicht vorstellen, im Sinne von, wie sehr sich der Zustand insgesamt verändern würde. Effektivität genug und dennoch hätten die Betriebswirte keine Freude damit. Die Volkswirte schon gar nicht, denn ein Einbruch der gesamten Volkswirtschaft wäre die Folge. Die Vergewaltigung des Realen – ein Mythos, ausgedrückt durch ein System mit scheinbar4 ständig steigendem ´Wirtschaftswachstum´, käme zum erliegen. Lässt sich kein solches Gegenteil finden, ist es die Bestätigung dafür, dass das Konzept ´Leistung´ zu substituieren ist durch Transformation, in der Bedeutung eines Prozesses von anders zu anders. Die Wertigkeit des Wandels ist inbegriffen.
Denn das Geheimnis des menschlichen Daseins liegt nicht darin, lediglich zu leben, sondern darin, für irgendeinen Zweck zu leben. Hat der Mensch keine feste Vorstellung von dem Zwecke, für den er lebt, so mag er nicht weiterleben und zieht die Selbstvernichtung dem Verbleibe auf der Erde vor, mögen auch noch so viele Brote um ihn herumliegen. Das ist nun mal so; aber was begab sich nun? Statt die Freiheit der Menschen in Deine Gewalt zu bringen, vergrößertest Du sie ihnen noch! Oder hattest Du vergessen, daß Ruhe und sogar der Tod dem Menschen lieber ist als die freie Wahl in der Erkenntnis von Gut und Böse? Nichts ist verführerischer für den Menschen als die Freiheit seines Gewissens; aber nichts ist auch für ihn qualvoller5.
1 vgl. zum Begriff “Qualität” und dessen Bedeutung im Zusammenhang mit der Ästhetik: Pirsig, Robert M. (2000): Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten. vor allem S. 224ff.
2 ergibt sich aus einer newtonschen Betrachtung: möglichst wenig Arbeit auf möglichst lange Zeit hinaus, ergibt minimale “Leistung”.
3 zugegeben im Traum.
4 Anspielung auf die “brutto” bzw. “netto” Bewertung von Wirtschaftswachstum und der Illusion von Weiterentwicklung durch die Inflationsrate.
5 Dostojewskij, Fjodor (2000): Der Großinquisitor. Reclam. Stuttgart. S. 24-25.
am 28.12.2007 15:48






